Ich dachte lange, sie sind einfach „da“… bis ich eines Tages gespürt habe, wie sehr ich Angst habe, sie zu verlieren.
Als Kind schien es mir, als wären Eltern etwas Selbstverständliches. Wie ein Zuhause, wie der Himmel, wie der Morgen nach der Nacht. Sie sind immer da, wissen immer, was sie sagen sollen, unterstützen dich immer.
Mama hat mich morgens für die Schule geweckt, auch wenn sie selbst kaum geschlafen hat.
Papa hat still alles repariert, was kaputt ging – Dinge und auch meine Stimmung.
Und ich… ich habe mich einfach daran gewöhnt.
Mir schien, ihre „Ruf an, wenn du angekommen bist“ sei Kontrolle.
Ihre Ratschläge – Einmischung.
Ihre Fürsorge – etwas, das manchmal sogar nervt.
Ich habe selten „Danke“ gesagt. Noch seltener – „Ich liebe euch“.
Bis ich eines Tages bemerkte… wie Mama mehr Falten hatte, als ich in Erinnerung hatte.
Wie Papa leiser geworden ist als früher.
Und plötzlich habe ich verstanden: Sie sind nicht für immer da.
An diesem Tag hatte ich zum ersten Mal wirklich Angst.
Ich begann, aufmerksamer zuzuhören.
Ohne Grund anzurufen.
Nicht nur zu kommen, „wenn es sein muss“, sondern „wenn ich es möchte“.
Und weißt du, was am meisten schmerzt?
Die Erkenntnis, dass sie mich die ganze Zeit genauso stark geliebt haben.
Ich habe es nur zu spät wirklich geschätzt.
Und jetzt, wenn mich jemand fragt:
„Gibt es jemanden, an den du jeden Tag denkst, selbst in der Stille?“
Lächle ich.
Denn es ist nicht eine Person.
Es sind zwei.
Die, die mir das Leben geschenkt haben… und mir beigebracht haben zu lieben.
