Eine Woche später wurde das Kind von den Vormundschaftsbehörden weggenommen. Sie wurde in einem Waisenhaus untergebracht. Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, wie sehr Alice dort gelitten hat. Die einzige Person, die zu Besuch kam, war Tante Anna

Heute eilt Alice, festlich gekleidet, zu einem Date. Sie wurde von Ben eingeladen, den sie gestern kennengelernt hatte. Er war ein netter Kerl, und sie mochte ihn sofort. Außerdem war heute ihr einundzwanzigster Geburtstag. Wenn mit Ben alles gut lief, würde sie ihm später alles erzählen. Er hatte ihr ein Geschenk gemacht, indem er sie zu einem Date einlud.

Alice erinnert sich daran, wie sie mit ihren Eltern lebte, damals in einem Waisenhaus. Papa und Mama verwöhnten Alice mit schönen Puppen und kleideten das Mädchen selbst wie eine Puppe. Das war, bis ihr Vater einen Unfall hatte. Alice war in der ersten Klasse, als die Nachricht, dass Papa im Krankenhaus war, sie und ihre Mutter schockierte.

Danach war es mit dem engen Familienzusammenhalt vorbei. Papa konnte nicht mehr arbeiten. Sein linker Arm konnte sich nicht mehr bewegen. Die Mittel waren knapp, Mama tat, was sie konnte. Papa fing an zu trinken und sich mit Mama zu streiten. Allmählich wurde auch Mama alkoholabhängig, das Mädchen wurde ignoriert, als gäbe es sie gar nicht. Alice saß in ihrem Zimmer und hatte Angst, ihr Gesicht zu zeigen. Denn die beiden würden sie angreifen und fragen: “Warum bist du hier? Und sie war sehr hungrig. Manchmal gelang es ihr, die Wohnung unbemerkt zu verlassen. Wenn Anna, eine Nachbarin, das Mädchen sah, nahm sie es mit zu sich nach Hause und fütterte es. Erst dann ließ sie sie nach draußen gehen.”

Das ging so bis zur fünften Klasse. Eines Tages war Alice auf dem Weg von der Schule. Draußen stand ein Krankenwagen. Als das Mädchen von ihrer Nachbarin Anna entdeckt wurde, umarmte sie und weinte und sagte, sie sei mein Waisenkind. Dann fand Alisa heraus, dass ihre Eltern an Alkohol gestorben waren. Sie hatten ihn von jemandem unter dem Tisch gekauft. Es stellte sich heraus, dass es schlechter Wodka war.

Eine Woche später wurde das Kind von der Vormundschaftsbehörde abgeholt. Sie steckten sie in ein Waisenhaus. Ich weiß gar nicht mehr, wie sehr Alice dort gelitten hat. Nur Tante Anna kam zu Besuch. Sie versprach, dass sie das Kind aufnehmen könne, wenn sie alle notwendigen Papiere für das Sorgerecht hätte.

Ein Jahr Wartezeit verging. Endlich hatte sie Glück. Anna wurde das Sorgerecht für ein Waisenkind übertragen. Mama Annie, wie Alice ihre zweite Mutter nannte, hatte selbst Kinder, Paul und John. Zwillinge, drei Jahre älter als ihre Schwester. Aber das hinderte sie nicht daran, Freunde zu sein. Endlich fand Alice Frieden in einer Familie, die sie liebte. Onkel David wurde für das Mädchen wie ein zweiter Vater. Manchmal fragt sie sich, was aus ihr geworden wäre, wenn ihre Mutter Helena sie nicht in ihre Familie aufgenommen hätte.

Die Jahre sind vergangen. Mit Ben haben sie eine starke Familie, in der zwei Töchter heranwachsen. Mutter Anna und Vater David sind nicht vergessen. Für Alice sind sie eine Familie. Deshalb besuchen sie ihre Enkeltöchter, wann immer sie können. Die Mädchen vermissen ihre Großeltern. Übrigens, Paul und David haben Zwillinge geheiratet. Sie haben jeweils zwei Kinder. Die Kinder sehen alle gleich aus. Aber die Großeltern unterscheiden irgendwie, wer wer ist. Die Eltern haben in den Ferien eine große, eng zusammengewachsene Familie. Anna und David haben keine Zeit, draußen zu sitzen. Die Enkelkinder unterhalten sie, denn es sind sechs, alle fast gleich alt.

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Sixty & Me
Eine Woche später wurde das Kind von den Vormundschaftsbehörden weggenommen. Sie wurde in einem Waisenhaus untergebracht. Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, wie sehr Alice dort gelitten hat. Die einzige Person, die zu Besuch kam, war Tante Anna